„Oberstdorf Gebirgstracht“
Von Oberstdorf nach Kalifornien
Von Oberstdorf nach Kalifornien – Das Eigene und das Fremde
Allein in Deutschland widmen sich über 1.000 Trachtenvereine mit rund 200.000 Mitgliedern der Erhaltung von Trachten und der Brauchtumspflege. Der Beginn der Industrialisierung und die damit verbundene Landflucht machten es der Tracht mitunter nicht leicht. Hier musste sie ums Überleben kämpfen, dort verschwand sie vollständig aus dem Alltag. Heute ist ein neues Interesse an den traditionellen Gewändern erwacht: Es erblüht die alte Tracht in neuer Pracht. Mancherorts werden alte Trachten erneuert, in anderen Regionen werden sie mithilfe alter Quellen und Dokumente überhaupt erst wieder neu hergestellt. Nicht zuletzt verbindet man mit der Tracht auch die eigene Identität.
Man weiß wo man hingehört und wo man herkommt. So zeigt sich das »Eigene«.
Die Arbeit präsentiert einen Ausschnitt der Trachtenvielfalt in Deutschland. Es gibt weit mehr als die weltweit bekannten Edelweißhosenträger und den Gemsbart. Auf einer Linie, die in Oberstdorf beginnt und auf demselben Längengrad an der Ostseeküste Schleswig Holsteins endet, werden hier Trachtenvereine und ihre Tracht vorgestellt. So bekommt man einen Überblick, wie sich die Tracht von Ort zu Ort wandelt Beispielsweise hat die Tracht in Schlitz recht wenig gemeinsam mit der Tracht aus Wechmar. Hier zeigt sich das »Fremde«.
Eingerahmt wird die Arbeit, das diese fotografische Reise dokumentiert, von zwei Landschaftsaufnahmen die exakt auf demselben Längengrad (10º16‘47) aufgenommen wurden.
Am Südpunkt wurde kompassgenau Richtung Norden fotografiert, am Nordpunkt entsprechend Richtung Süden. Die Trachtenvielfalt dazwischen zeigt sich auf einer Distanz von 781,89 km.